Unternehmensnachfolge mit dem Schwerpunkt auf Coaching

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Unternehmer sind entscheidungsfreudige Menschen. Die selbstständige Tätigkeit erfordert strategischen Weitblick und rasche flexible Aktionen im Tagesgeschäft, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Lebenserfahrung, Kreativität und das technisch-kaufmännische Know-how sind die wertvollsten Führungsinstrumente für einen Unternehmenslenker. Beim Thema Generationennachfolge stoßen Entscheider allerdings häufig an ihre emotionalen Grenzen.

Wenn der Anlass zur Nachfolgeregelung fehlt

Die Statistiken zeigen, dass insbesondere mittelständische Firmen durch lange Ablöseprozesse oder eine ungeregelte Klärung der betrieblichen Fortführung des Managements nicht selten in eine gefährliche Situation geraten. Absichtserklärungen des Unternehmers, rechtzeitig eine jüngere Generation zum Zuge kommen zu lassen, bleiben oft im Ansatz stecken, da zwingende Anlässe zur Neuordnung des Betriebes fehlen. Möglicherweise ist die Freude am Führen und Lenken ungebrochen und der betriebliche Erfolg Treibstoff genug, die rechtzeitige Einleitung des Übergabeprozesses eben nicht genauso konsequent und beherzt in Angriff zu nehmen wie die betriebliche Führung des Unternehmens. Das Gefühl, unentbehrlich für den Betrieb zu sein, steht im Vordergrund und verzerrt die klare Linie, verantwortungsvoll die Zukunft zu organisieren. Meist zwingen gesundheitlich bedingte Einschränkungen des Seniors, nicht zuletzt der Totalausfall der Führungskraft zu einer übereilten, oft nicht idealen Nachfolge, denn in einer solchermaßen unerwarteten Situation sind verständlicherweise Handlungsspielräume äußerst gering.

Eine vernünftige Übergabe braucht Zeit

Weitsichtige Senioren räumen sich für diesen Ablöseprozess drei bis fünf Jahre ein, um in Ruhe und mit Besonnenheit ihr betriebliches Erbe zu regeln. Um den ersten Schritt zur Übergabe des unternehmerischen Staffelholzes in jüngere Hände souverän zu setzen, wird der Unternehmer sich idealerweise ein vertrauensvolles Team zusammenstellen, mit dem sich diese Planungskette einfädeln lässt. Ein Business Coach, der mit Respekt vor der Person und Leistung des Unternehmers an die Seite des Übergebers tritt, ermöglicht den sorgsamen, aber gleichsam konsequenten emotionalen Einstieg in den Lösungsprozess. Der Abschied vom mit Herzblut geführten Lebenswerk kostet den Übergeber in den meisten Fällen die mühevolle Konfrontation mit seinen Gefühlen, wie Stolz, Ehre, Verbundenheit oder auch Hingabe einerseits und Abschiedsschmerz, Zweifel, Auseinandersetzung mit dem Alter andererseits.

Mögliche Nachfolger werden intern und extern geprüft

In dieser Phase überdenkt er seine Familiensituation in Abgleich mit einem möglichen Führungsnachwuchs aus den eigenen Reihen. Auch eine Evaluation von betriebsinternen wie auch -fremden Lösungen fließen in diese mehr emotionale als rationale Phase mit ein. Der Coach wird stets die Überlegungen und die Gefühlsäußerungen seines Auftraggebers mit dem nötigen Respekt als auch der gebotenen Hartnäckigkeit und Konsequenz hinterfragen. Auch wird er darauf bedacht sein, dass mögliche unausgesprochene Optionen ihren Raum finden, um als Entscheidungsmöglichkeit geprüft zu werden. Insbesondere unter dem Blickwinkel auf die familieninterne Nachfolgeoption wird der Unternehmer an der Seite des Coaches als Sparringpartner seine Kinder unter dem neuen Gesichtspunkt betrachten. Nicht mehr aus den Augen des Vaters, sondern eher aus den Augen des Geschäftspartners werden nun die Fähigkeiten, die Talente und das Wissen des jeweiligen Kindes in die Beurteilung mit einbezogen. Diese neue Perspektive verändert auch die Wahrnehmung auf die eigene zukünftige Rolle, nachdem der Betriebsübergang vollzogen ist. Der Senior wird sich parallel zu seinen weiteren Planungen auch intensiv mit einer neuen, sinnstiftenden Aufgabe jenseits seines Unternehmerdaseins auseinandersetzen.

Eine Erweiterung des Übergabeteams kann nötig sein

Eine frühzeitige Option auf eine spannende, erfüllende Zeit als Senior hilft, den Übergabeprozess zu harmonisieren. Sollte es an einer familieninternen Nachfolgelösung scheitern oder an dieser Option mangeln, wird der Coach in Erweiterung des Teams einen versierten Unternehmensberater ins Gespräch bringen, um aus  Sicht eines neutralen Experten, die betrieblichen Rahmenbedingungen zu analysieren, die für eine Nachfolge ausschlaggebend sind. Diese erweiterte Mannschaft prüft neben der klassischen Betriebswirtschaft die Möglichkeiten, die innerhalb des Betriebes bereits bestehen, bewährten Führungskräften eine Chance für eine Übernahme zu geben. Nicht alleine die fachliche Kompetenz und persönliche Integrität des Kandidaten stehen hier auf dem Prüfstand. Vielmehr wird sich der Senior an der Seite seines Coaches intensiv fragen, ob diese Führungskraft auch seinen emotionalen Kriterien dann noch standhalten wird, wenn aus diesem bislang angestellten Leiter oder Manager ein Unternehmer nach Vorstellungen des Übergebers wird. Das Coaching wird um eine andere Komponente erweitert werden müssen, wenn eine Management buy in-Lösung, das heißt eine betriebsinterne Übergabe, nicht existiert oder ideal erscheint. An dieser Stelle wird mit dem Unternehmensberater an Bord ein externer Kandidat gesucht. Dieses Nachwuchstalent wird nicht nur auf seine unternehmerischen, fachlichen, wie menschlichen Fähigkeiten hin gefunden, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Akzeptanz und Vorstellung des idealen Nachfolgers Berücksichtigung finden müssen.

Für den Neuanfang die ergebnisorientierte Begleitung auf kommunikativer Ebene

Der Business Coach prüft in kürzeren Sequenzen immer wieder, ob der Unternehmer von den selbst entwickelten Teilergebnissen überzeugt ist und diese auch nachhaltig akzeptieren kann. Ansätze von Zweifeln, Sorgen und Unentschlossenheit werden durch das Nachfragen des Coaches erkannt und solange beleuchtet, bis der Weg zur Übergabe erfolgversprechend fortgesetzt werden kann. Einen wesentlichen Raum zum Ende der Nachfolgeplanung nimmt die interne wie externe Kommunikation des Generationenwechsels ein. Mit der Entscheidung für den idealen Nachfolger, der Vertragsklärung und Einwilligung beider Parteien übernimmt der Senior die Verantwortung für den reibungslosen Übergang. Die Information über den nunmehr bereits vollzogenen Wechsel in der Führung liegt beim Senior in enger Begleitung seines Coaches. Interne Kommunikation an die Familie und die Belegschaft der Firma ist ebenso umsichtig und klar zu planen wie die Kommunikation an die Öffentlichkeit, die Mitbewerber, Lieferanten und Kunden. Wenn der letzte aktive, eigenständige Schritt des Unternehmers souverän gemacht wurde, die Übergabe somit auf erfolgversprechenden Füßen steht, kann sich der Senior mit Zuversicht seinem neuen Lebensabschnitt nach dem aktiven Unternehmerdasein widmen.

 

Autoren:

Georg-W. Moeller, GWM Coach München, Gröbenzell, www.gwm-coaching.de

 

Thomas Öchsner,

Resultate, Gesellschaft für Unternehmensberatung im Mittelstand, Erding www.resumi.de

 

http://www.gwm-coaching.de/coaching-muenchen/unternehmensnachfolge/