Coaching: Starke Mitarbeiter für ein starkes Unternehmen

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Neben der Verbesserung der Führung gibt es weitere wichtige Gründe, Coaching als Instrument zur Weiterentwicklung des Unternehmens für den Mittelstand stärker zu entdecken. Mit diesem Blickpunkt wollen wir das Instrument Coaching näherbringen und darüber aufklären.

 

Coaching ist abzugrenzen von den verwandten Themen Beratung, Weiterbildung oder auch einem coachenden Führungsstil, der durch Fragen steuert und sich um die Weiterentwicklung der Mitarbeiter kümmert.

Das Coaching ist ein mit einer speziellen Methode geführtes Gespräch zwischen Coach und Coachee (dem Gecoachten). Es wird durch Fragen geführt, dementsprechend sind Ratschläge im Gegensatz zur Beratung tabu. Der Coachee entwickelt seine eigenen Ziele und Lösungen. Deshalb ist Coaching stets ergebnisoffen. Gewünschte Ergebnisse von Dritten, wie zum Beispiel eine effektivere Mitarbeiterführung, müssen transparent in den Prozess der Zielfindung eingebracht werden.

Je früher ein Coaching ansetzt, desto besser sind die Erfolgsaussichten

Es lassen sich fünf Hauptbereiche in Unternehmen unterscheiden, in denen Coaching unterstützen kann:

  • Personalentwicklung: das  typische Anwendungsgebiet von Coaching ist hier die Führungskräfteentwicklung.
  • Executive-Coaching: auch die oberste Führungsebene braucht manchmal Personen ihres Vertrauens, um über Führungsprobleme und geschäftlichen Herausforderungen zu sprechen. Ein qualifizierter Coach kann dazu beitragen, Probleme aufzuarbeiten, neue Perspektiven zu eröffnen und neue Kompetenzen zu entfalten. Außerdem bekommen die Manager der obersten Ebene oft auch kein neutrales Feedback mehr. Auch das kann ein Coach mal geben.
  • Change-Prozesse: Coaching kann bei allen Veränderungen unterstützen und die Unternehmenskultur in eine gewünschte Richtung beeinflussen.
  • Gesundheitsmanagement: Coaching kann einen wichtigen Beitrag zum gesunden Unternehmen leisten, indem es Belastungssituationen für die Mitarbeiter lösen oder zumindest verringern kann.
  • Das  Angebot von Coaching kann ein wichtiger Baustein für die Arbeitgeberattraktivität sein

Coaching wirkt so an der Schnittstelle zwischen Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Gesundheitsmanagement, und wenn man so will, sogar beim Personalmarketing.

 

Personalentwicklung

Die Grundlage der gezielten Know-how-Vermittlung wird weiterhin mit klassischen Seminaren gelegt. Themen wie Kommunikation, Führung bilden idealerweise die Basis, auf denen das Coaching stattfinden kann. Wenn Personalentwicklung aber nur durch Seminare stattfindet, stößt diese an ihre Grenzen:

Coaching sollte niederschwellig im Unternehmen verfügbar sein, z.B. durch interne Angebote

  • Der Transfer von Seminarinhalten gelingt nur zum Teil, wenn das Gelernte nicht wiederholt und durch Coaching oder Supervision begleitet, kurz gefestigt und individualisiert wird.
  • Seminarinhalte sind oftmals recht weit weg von aktuellen Problemstellungen. Ein kombiniertes Coaching und sogenannte Peer to peer-Ansätze wie die Kollegiale Beratung sind hier eine wichtige Ergänzung.
  • Eingeschliffene Verhaltensmuster lassen sich mit Coaching leichter verändern.

Der Bedarf einerseits und die sich auch in der Wirtschaft weiter etablierenden neuen Methoden andererseits führen zu einer steigenden Akzeptanz des Coachings.

 

Lernendes Unternehmen

Ein weiteres gewichtiges Argument ist das seit nunmehr rund zwei Jahrzehnten gültige Ziel des lernenden Unternehmens.

Verschleppte Konflikte und Probleme belasten die Produktivität. Gute Führung und eine kommunikative Vertrauenskultur sind effizienzsteigernd. Sowohl für die Führungs- als auch für die Vertrauenskulturentwicklung ist Coaching ein heute nicht wegzudenkendes Mittel.

 

 

Die kollegiale Beratung als eine Art „Peer-to-Peer-Coaching“ durch Kollegen ist ein Instrument, dem man ebenfalls eine weite Verbreitung im Maschinenbau wünscht. Mit einem festgelegten Schema bearbeitet eine Gruppe von bis zu sieben Personen die Fragestellung eines Fallgebers. Durch die Hypothesen und Lösungsideen der Gruppe erweitert der Fallgeber seine Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten.

Das Instrument Kollegiale Beratung ist preiswert, effizient und kann einen nicht unerheblichen Beitrag zur Kultur des Unternehmens leisten.

 

Coaching ist kein Allzweckmittel in der Personalentwicklung. Weiterbildung und Coaching sollten Hand in Hand gehen

Gesundheit

(Psychische) Gesundheit ist ein Thema, das für die Unternehmen immer wichtiger wird: die Mitarbeiter werden älter und der Mangel an Fachkräften macht die Bindung der bestehenden Mitarbeiter wichtig. Coaching kann heute besonders aktuell die Stressprävention wirkungsvoll unterstützen. Die Herausforderung ist in diesem Fall, rechtzeitig den Coaching-Bedarf zu erkennen. Denn als vorbeugendes Mittel funktioniert Coaching nur in einem relativ frühen Stadium einer Überlastungssituation. Um nicht systematisch zu spät zu kommen, müssen die Coaching-Angebote deshalb niederschwellig sein. Denn der betroffene Mitarbeiter merkt meist früher als die Führungskraft, wenn etwas nicht stimmt. Und je früher Coaching einsetzt, desto besser die Erfolgsaussichten.

Coaching wirdaufgrund der damit verbundenen Kosten oft eher restriktiv gehandhabt. Ein gutes Coaching muss aber nicht unbedingt teuer sein: zum einen genügen oft wenige Coachingeinheiten, um die Probleme zu lösen. Dann relativiert sich der Preis im Verhältnis zu den Kosten eines ungelösten Problems. Zum anderen ist der Markt voll von Coaches, und wenn man etwas Aufwand für die Auswahl in Kauf nimmt, könnte man auch Neueinsteigern mit in der Regel niedrigeren Stundensätzen eine Chance geben.

Eine preiswerte Ergänzung kann aber auch das interne Coaching sein, wie es SAP anbietet. Die Problemlösung vor Ort, nicht nur bei Gesundheitsthemen, wird so sehr niederschwellig unterstützt.

 

Unternehmensattraktivität

Gerade der Mittelstand kann sich mit Hilfe des Angebots von Coaching im Wettstreit um Talente differenzieren. Dafür benötigt er keine ausgefeilten Programme, sondern kann die Mitarbeiter individuell ansprechen.

Wenn es stimmt, was man der Generation Y nachsagt, wird es in Zukunft auch nicht selbstverständlich sein, dass jeder Mitarbeiter von sich aus begeistert Führungskraft werden will. Die Mitarbeiter werden in Zukunft auf diese Rolle ausreichend hingeführt und begleitet werden müssen. Und sie werden das auch zunehmend erwarten. Die ersten Unternehmen werben schon damit, dass eine Begleitung auf dem Karriereweg mit Coaching „selbstverständlich“ sei.

 

Wie findet man die richtigen Coaches?

Eine nicht ganz triviale Aufgabe ist es, die passenden Coaches für das Unternehmen zu finden. Sehr oft erfolgt die Auswahl an Hand von Empfehlungen. Es gibt aber auch einige andere Kriterien, wie die Ausbildung des Coachs, seine Methodik oder die Mitgliedschaft in einem Coaching-Verband. Das Wichtigste wird aber die Persönlichkeit sein. Die Internetseite gibt zum Profil des Coaches Hinweise. Letztlich kommt man aber nicht umhin, sich einige Coaches anzuschauen. Auch die Mitarbeiter sollten eine gewisse Auswahl haben, denn den für alle passenden Coach gibt es nicht.

Siehe auch die Checkliste: „Wie finde ich den passenden Coach“ nachfolgend als Download

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