A1-Bescheinigung

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Bei Entsendungen in einen anderen EU/EWR-Staat oder in die Schweiz schützen A1-Bescheinigungen vor einer Doppelversicherung. Ab dem 1. Januar 2019 ist das elektronische Antrags- und Bescheinigungsverfahren für A1-Vordrucke verpflichtend geworden. Die praktische Handhabung stellt für die Arbeitgeber eine erhebliche Herausforderung dar.

Am 18. Februar 2020, fand die Veranstaltung „A1-Bescheinigung“ in Dortmund statt. In der Veranstaltung ging es um Arbeitnehmerentsendungen in Bezug auf die A1-Bescheinigung.

Grundsätzlich gilt, dass Arbeitnehmer, die sich aus arbeitsbedingten Gründen von einem Mitgliedstaat (Europäische Union, Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen) in einen anderen begeben grundsätzlich dem System der sozialen Sicherheit des „neuen“ Beschäftigungsstaates unterliegen.

Eine Ausnahme stellt die Entsendung nach Art. 12 EG (VO) 883/04 dar. Diese besagt, dass „eine Person, die in einem Mitgliedstaat (z. B. Deutschland) für Rechnung eines Arbeitgebers, der gewöhnlich dort tätig ist, eine Beschäftigung ausübt und die von diesem Arbeitgeber in einen anderen Mitgliedstaat (EU) entsandt wird, um dort eine Arbeit für dessen Rechnung auszuführen, unterliegt weiterhin den Rechtsvorschriften des ersten Mitgliedstaats (Deutschland), sofern die voraussichtliche Dauer dieser Arbeit 24 Monate nicht überschreitet und diese Person nicht eine andere entsandte Person ablöst.“

Mithilfe der A1-Bescheinigung kann gegenüber ausländischen Sozialbehörden rechtsverbindlich nachgewiesen werden, welches Sozialsystem für einen Versicherten zuständig ist. Die A1-Bescheinigung garantiert somit, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei einer Entsendung nach Art. 12 EG (VO) 883/04 nicht in zwei Sozialversicherungssysteme einzahlen muss. Diese Bescheinigung kann bei der Krankenkasse beantragt werden.

Die Notwendigkeit einer solchen Bescheinigung ergibt sich dabei grundsätzlich unabhängig von der Dauer als auch von dem Grund der Entsendung. Es wird grundsätzlich nicht zwischen Dienst-/Geschäftsreise und Entsendung unterscheiden. Vielmehr sind alle Dienst-/Geschäftsreisen eine Entsendung nach Art. 12 EG (VO) 883/04. Somit müsste für jede Dienst-/Geschäftsreise – auch für nur einen Tag – eine A1-Bescheinigung beantragt werden.

Die A1-Bescheinigung gibt es bereits seit 2004 und hat die E 101-Bescheinigung abgelöst, die es bereits seit 1971 gibt. Neu ist nun, dass die A1-Bescheinigung seit dem 01. Januar 2019 digital beantragt werden muss und dass sich die Mitgliedsstaaten untereinander austauschen.

Aus dieser Tatsache ergibt sich der nächste Stolperstein. Durch den Austausch fällt es nun Steuerbehörden deutlich leichter nachzuprüfen, ob sich ein Arbeitnehmer länger als 183 Tage in einem Land befindet. Ist dies das Fall wird der Arbeitnehmer in diesem Land steuerpflichtig. Daher sollten A1-Bescheinigungen stehts mit der korrekten Entsendezeit versehen werden. 

Veranstalter

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Kompetenznetz des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.